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06/04/17

Journalisten in Haft – Erdogan an der Macht. Podiumsdiskussion zur Pressefreiheit in der Türkei.

Als Terror-Helfer und deutschen Agenten bezeichnete der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den inhaftierten Journalisten Deniz Yücel. Dabei hat der Prozess gegen den deutsch-türkischen „Welt“-Korrespondenten wegen angeblicher Volksverhetzung und Terrorpropaganda noch gar nicht begonnen. Ohnehin sind die Zweifel an den Vorwürfen groß.

Laut „Reporter ohne Grenzen“ sind in der Türkei zurzeit rund 150 Journalistinnen und Journalisten in Haft. Wie steht es um die dortige Pressefreiheit? Unter welchen Bedingungen ist Journalismus noch möglich? Und welche Menschen und persönlichen Erlebnisse stecken dahinter? Darüber berichteten und diskutierten im Bremer Presse-Club:

• Canan Coskun aus Istanbul, Reporterin der regierungskritischen Zeitung „Cumhuriyet“. Zahlreiche ihrer Kollegen sind zurzeit in Haft. Auch sie selbst stand bereits vor Gericht. Der Grund: Sie hatte über vergünstigte Luxuswohnungen für regierungstreue Richter und Staatsanwälte berichtet.

• Ali Çelikkan aus Berlin. Der frühere Mitarbeiter von „Cumhuriyet“ gehört zu den Mitbegründern von „taz.gazete“. Das neue Internetmagazin der „taz“ will politisch verfolgten türkischen Journalistinnen und Journalisten eine Stimme geben.

• Dr. Roy Karadag von der Universität Bremen. Der Politikwissenschaftler ist Geschäftsführer des Instituts für Interkulturelle und Internationale Studien. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört die Türkei, insbesondere ihre Entwicklung unter Erdogans Regierungspartei AKP.

Moderation: Jörn Seidel vom Vorstand des Bremer Presse-Clubs, Redakteur beim „Weser-Kurier“.

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