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KALENDER

11/11/19
19:30 Uhr

Dreißigjähriger Krieg und Öffentlichkeit

Zeitungsberichte als Rohfassung der Geschichtsschreibung
Professor Dr. Holger Böning:

Die deutsche Presse hat den Zeitungsleser während des Dreißigjährigen Krie­ges detail­lier­ter, zuverlässiger, problembewusster und in der Regel wohl auch weniger parteiisch über das politische, diplomatische und militärische Gesche­hen informiert, als dies heute in der Kriegsberichterstattung der Fall ist. Selbst streng geheime politische und territoriale Zusagen des Kaisers an die deut­schen Fürsten fanden umgehend den Weg in die Zeitungen.

Erst­mals in der Menschheitsgeschichte wurde das Kriegsgeschehen regel­mä­ßig wöchent­lich von den gerade erst entstandenen gedruckten Zeitungen ge­treulich berichtet. Den späteren Historikern zumeist unbekannt, bot das neue Medium eine Geschichte des Krieges von unvergleichlicher Dichte und bei­spiel­losem Detailreichtum. Wer die Zeitungen las, erfuhr die Ursachen des Kon­flikts und die Motive der Beteiligten. Keine Schlacht wurde in der histo­rischen Berichterstattung ausgelassen, keine Belagerung von Festungen und Städten über­gan­gen, kein Aufstand gequälter Bauern blieb unerwähnt, selbst die Zahl der Toten lässt sich anhand der journalistischen Berichte genauer als durch jede andere Quelle ermitteln.

Der Zei­­tungs­leser erfuhr schon im Jahr­zehnt vor dem Krieg, welche Kon­flikt­linien auf eine mör­de­rische Aus­ein­andersetzung hindeuteten. Anschaulich wurde ihm vermittelt, weshalb die einmal entfesselte Kriegsfurie wohl von Niemandem mehr zu stoppen war.

Veranstalter: Bremer Presse-Club e.V. und Gesellschaft für Deutsche Presseforschung zu Bremen e.V.

Vortrag: Professor Dr. Holger Böning:

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