Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und dem Wahlerfolg der AfD richtet sich der Blick erneut auf die gesellschaftspolitische Entwicklung in den neuen Bundesländern. Nicht selten wird der Osten in westlichen Medien als ‚Problemfall‘, als ‚Warnung‘ oder als ‚Hoffnungsträger‘ beschrieben, je nachdem, wer worauf blickt. Aber: Wie nehmen Ost- und Westdeutschland einander wahr?
Darüber diskutieren der Autor Aron Boks und Prof. Dr. Cornelius Puschmann vom ZeMKI über „Was der Osten will, was der Westen sieht“. Moderiert wird das Gespräch von Katharina Guleikoff von Bremen Zwei.
Aus der medialen Berichterstattung rund um die zurückliegenden Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ergeben sich Fragen, was Menschen im Osten tatsächlich bewegt und was ihnen mitunter leichtfertig unterstellt wird. Welche Rolle spielen Medien und Journalismus bei der Entstehung dieser Projektionen? Wie sollten Texte, Beiträge oder Interviews verfasst sein, um das Verständnis und das Miteinander zu fördern?
Aron Boks wurde 1997 in Wernigerode geboren und wuchs in Blankenburg im Harz auf. Mit 19 Jahren zog er nach Berlin. Er arbeitet als Autor, Slam-Poet und Moderator, erhielt 2019 den Klopstock-Förderpreis für Neue Literatur und ist Gründungsmitglied des PEN Berlin. In Gesprächsreihen lässt er Nachwendekinder aus Ost- und Westdeutschland über Geschichte und Identität im vereinten Deutschland diskutieren. Im Jahr 2026 ist er Stadtschreiber von Halle und beschäftigt sich dort mit dem Thema Gemeinschaft.
Prof. Dr. Cornelius Puschmann ist Professor für Kommunikations- und Medienwissenschaft mit dem Schwerpunkt Digitale Kommunikation am ZeMKI und leitet das Lab Digitale Kommunikation und Informationsvielfalt. Seine Forschungsschwerpunkte sind die digitale Mediennutzung, Hate Speech und Desinformation in sozialen Medien, die Rolle von Algorithmen für die digitale Kommunikation sowie Methoden der automatisierten Inhaltsanalyse.
Der Eintritt ist frei.